Augenlidentzündung (Blepharitis) - Symptome und Diagnose

Augenlidentzündung (Blepharitis) – Symptome, Therapie

Definition

Blepharitis Augenlider

Ausgeprägte Blepharitis; Foto ist gemeinfrei

Der Begriff Blepharitis umfasst sämtliche Augenlidentzündungen, wobei lokal begrenzte Entzündungen meist eigenständige Bezeichnungen haben, wie zum Beispiel das Gerstenkorn. Ärzte grenzen den Terminus Blepharitis mittlerweile noch stärker ein und begrenzen ihn auf Entzündungen des Lidrands einschließlich der dort befindelichen Wimpern und Drüsen. Die Augenlidentzündung geht meist mit einer Benetzungsstörung der Hornhaut einher, da sämtliche Strukturen, welche für den Aufbau des Tränenfilms veranwortlich sind, betroffen sein können. Umgangssprachlich spricht mann bei dieser Symptomatik auch von trockenen Augen.

Verbreitung und Epidemiologie

Studien aus den USA zu urteilen, sind rund 40% aller Augenbeschwerden auf eine Blepharitis zurückzuführen, wobei Frauen etwas häufiger betroffen sind. Generell treten Entzündungen am Augenlidrand häufiger in wärmeren Gebieten auf. Die Blepharitis kann bei Menschen jeglichen Alters auftreten, das Durchschnittsalter liegt bei rund 50 Jahren. Fast 70% aller Personen, die an einer Blepharitis leiden, haben eine weitere Hauterkrankung wie Neurodermitis oder Akne.

Ursachen

Ursachen einer Lidrandentzündung können Infektionen mit Staphylokokken und Propionibakterien oder bereits vorher existierende Hauterkrankungen wie die oben genannte Akne sein. Auch eine genetisch bedingte veränderte Fettsekretion an den Drüsen des Augenlids können die Ursache sein. Einige Kosmetikartikel fördern mitunter zusätzlich die Entsthehung einer Blepharitis. Auch Kontaktlinsenträger haben ein erhöhtes Blepharitis-Risiko.

Diagnose

Um eine Augenlidrandentzündung zweifelsfrei diagnostizieren zu können, wird der behandelnde Arzt Fragen zu eventuellen Verätzungen, Verbrennungen und Operationen an den Augen stellen. Desweiteren wird geklärt, ob Augentropfen, Kontaktlinsen oder Make-up in letzter Zeit seitens des Patienten verwendet wurden.

Symptome

  • Jucken
  • Brennen
  • Schmerzen
  • Fremdkörpergefühl
  • verklebte Augenlider
  • erhöhte Blinzelfrequenz
  • Kontaktlinsenintoleranz
  • gerötete Augen
  • geschwollene Augenlider und Augenlid-Ränder
  • geringe Sehbeeinträchtigung
  • Unregelmäßige Oberfläche der Augenlider
  • Schuppenbildung

Typischweise betrifft eine Blepharitis beide Augen gleichzeitig und ist wiederkehrend.



Untersuchungsmethoden

Um einen zweifelsfreien Befund zu erheben, untersucht der Arzt die Augen samt Augenlider und Wimpern ganzheitlich. Mithilfe der Spaltlampenuntersuchung werden die äußeren Symptome gründlich begutachtet. Zudem wird von seiten des Arztes sanft das Sekret der Meibom-Drüsen ausgedrückt und auf Farbe sowie Konsistenz hin untersucht. Bei wiederkehrenden Entzündungen kann ein Abstrich von der Lidkante notwendig sein, welche im Labor mikrobiologisch untersucht wird.

Therpie und Behandlungsmaßnahmen

Eine effektive Behandlung der Blepharitis stützt sich in aller Regel auf zwei Säulen:

  • Beständige, intensive Pflege des Lidrandes, häufig in Kombination mit der Gabe von Antibiotika. Die Reinigung der Lider trägt dazu bei, die Anzahl bakterieller Keime zu reduzieren.
  • Einsatz von Tränenersatzmitteln. Gerade bei trockenen Augen kann dies eine schnelle Linderung verschaffen.

Zusätzlich raten einige Augenärzte zur Verwendung sog. Wärmebrillen. Diese erzeugen ein feuchtes Mikroklima um beide Augen, was zur Verflüssigung des Meibom-Sekrets führt.

Tipps zur vorbeugenden Lidrandhygiene

Zunächst sollten die Verkrustungen gelöst und das zähe Sektret der Augenliddrüsen verflüssigt werden. Dies erreicht man über warme Kompressen (etwa 40 Grad), die für 5 Minuten auf dei geschlossenen Augen gelegt werden. Im nächsten Schritt werden die geschlossenen Lider mit den Fingern senkrecht zur Lidkante massiert. Das dient dazu, die verflüssigten Sekrete herauszustreichen. Als Hilfsmittel können hierbei Wattestäbchen verwendet werden. Abschließend werden die Augen mit klarem Wasser sanft gereinigt, um ausmassierte Drüsensekrete und gelöste Verkrustungen zu beseitigen. Dabei können auch milde Reinigungslösungen wie Baby-Shampoo verwendet werden. Abhängig von der Schwere der Entzündung sollte diese Prozedur bis zu 3 mal am Tag durchgeführt werden. Prophylaktisch genügt es, sie einmal zu absolvieren.

Prognose

Eine Blepharitis verläuft häufig chronisch und lässt sich kaum gänzlich beseitigen. So dienen die Behandlungsmaßnahmen primär dazu, die Beschwerden zu lindern und die Dauer zwischen den Entzündungen zu maximieren. Eine regelmäßige Untersuchung durch einen Augenarzt ist anzuraten, um die Therapie bestmöglich zu individualisieren. Ähnliche Themen

Häufig gestellte Fragen

Weiterführende Links

Quelle (u.a.) Pleyer, Uwe (Hrsg.), Entzündliche Augenerkrankungen, Springer Verlag Berlin Heidelberg 2014; ISBN 978-3-642–38418-9

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