Glaukom (Grüner Star) - Alle Informationen und Therapien

Glaukom (Grüner Star) – Ursachen, Symptome und Behandlung

Das Glaukom – umgangssprachlich auch als ‘grüner Star’ bezeichnet, ist eine der häufigsten und am meisten unterschätzten Erkrankungen des Auges. Welche Glaukom Formen es gibt, wie sie in ihrer Symptomatik erstehen und was erfolgsversprechened Behandlungsansätze sind, wird nachfolgend erläutert.

Ursachen und Entstehung des Glaukoms (Grüner Star)

Grundlegend für die Bildung eines Glaukoms ist das Kammerwasser. Genauer: Das Verhältnis aus Kammerwasserproduktion und Kammerwasserabfluss. Dabei gilt, dass der Augeninnendruck mit zunehmendem Kammerwasser steigt. Der Augeninnendruck ist auch bei gesunden Augen nie konstant, sondern schwankt physiologisch bedingt im Tagesverlauf um etwa +/- 15%.

Für die Bildung eines Glaukoms ist nun ein stetig erhöhter Augeninnendruck verantwortlich, welcher durch einen geringen Blutdruck des Sehnervs zusätzlich begünstigt wird.

Diese ungünstigen Druckverhältnisse haben zur Folge, dass Zellen im Sehnervernkopf absterben, was über kurz oder lang zur vollständigen Erblindung führen kann.

Dadurch steigt das Glaukom-Risiko

Als Risikofaktor Nummer eins gilt natürlich die eigentliche Ursache – der erhöhte Augeninnendruck. Weitere Faktoren, die zu ungünstigen und somit für den grünen Star förderlichen Bedingungen führen, sind:

  • Starke Kurz- oder Weitsichtigkeit
  • Hohes Alter
  • Anhaltende Durchblutungsprobleme (chronisch schwere Beine, häufige Migräne)
  • Genetische Disposition (erhöhtes Glaukom-Risiko ist vererbbar)
  • Diabetes mellitus
  • Blutdruck dauerhaft zu hoch oder zu niedrig

Diagnose – So erkennt der Augenarzt den grünen Star

Eine gewissenhafte Diagnose zur sicheren Bestimmung eines Glaukoms setzt sich aus drei Teiluntersuchungen zusammen:

  1. Messung des AugeninnendrucksAugendruck Bestimmung durch Luftstoß
  2. Inspektion des Augenhintergrunds
  3. Gesichtsfelduntersuchung

Der Augendruck wird häufig über einen Luftstoß von vorne auf die Hornhaut bestimmt. Je mehr sich dabei die Hornhaut abplattet, desto geringer ist der Druck. Da hier auch die Dicke der Hornhaut eine Rolle spielt, kann diese separat mittels Pachymetrie bestimmt werden. Da der Augeninnendruck keine Konstante ist, empfiehlt es sich, diesen mehrmals am Tag – insbesondere morgens und abends – zu bestimmen, um den Tagesverlauf nachvollziehen zu können.

Die Betrachtung des Augenhintergrunds bringt bereits bestehende Schäden am Sehnerv zum Vorschein. Über ein 3D-Bild können dort die neuronalen Gewebeschichten untersucht werden.

Die Gesichtsfelduntersuchung kann bereits erste Beeinträchtigungen im Sehen detektieren. Des weiteren kann mithilfe einer Spaltlampe der vordere Augenbereich ausgeleuchtet werden, um die genau Art des Grünen Stars zu bestimmen.

Unterschiedliche Glaukom Typen

Grundsätzlich wird zwischen Offenwinkelglaukomen und Engwinkelglaukomen unterschieden.

Offenwinkelglaukome

Darüberhinaus differenziert der Augenarzt zwischen primären und sekundären Offenwinkelglaukomen. Die primären Offenwinkelglaukome sind nicht durch andere Erkrankungen bedingt, die Sekundären hingegen schon.

Glaucoma chronicum simplex (Primär chronisches Glaukom)


Die Variante des grünen Stars wird erblich weitergeben, tritt üblicherweise ab dem 40. Lebensjahr auf und ist die am weitesten verbreitete Glaukom-Form. Durch eine im Alter zunehmende Abflussbehinderung des Kammerwassers kommt es zu einer langsamen Steigerung des Augeninnendrucks, von der der Patient in der Regel nichts merkt. Auch ein Normaldruckglaukom zählt in diese Sparte, bei der Durckblutungs-Anomalien eine schleichende Schädigung des Sehnervs verantworten.

Angeborenes (juveniles) Glaukom

Hier liegt eine Behinderung im Abfluss des Kammerwasser durch Störungen in der Embryonalentwicklung vor. Röteln in einer frühen Phase der Schwangerschaft kann dafür verantwortlich sein.

Pseudoexfoliationsglaukom

Dieses Sekundärglaukom wird durch feinste Ablagerungen (Fibrillen) an Linse und im freien Kammerwasser erzeugt. Diese dünnen Fibrillen behindern massiv den Abfluss des Kammerwasser, was unweigerlich zu einem Druckanstieg im Auge führt. Der genaue Grund für die Bildung dieser Eiweiß-haltigen Strukturen ist noch nicht ausreichend erforscht.

Engwinkelglaukom

Bei einem Engwinkelglaukom kommt es zu einem gehemmten Abfluss des Kammerwassers aufgrund einer räumlichen Enge zwischen der Iris und der Hornhaut.

Behandlung und Therapie des grünen Stars

Ziel der Glaukom Therapie liegt in einer dauerhaften Reduktion des Augeninnendrucks. Bereits auftretende Schäden und zerstörte Nervenzellen sind jedoch nicht mehr rückgängig zu machen. Konkret bedeutet dies, dass bereits vorhandene Sehbeeinträchtigungen des Patienten dauerhaft bestehen bleiben.

Ein häufiger Therapie-Ansatz liegt in der Minderung der Kammerwasser-Produktion durch die Gabe von Beta-Blockern. In jedem Fall verläuft eine Behandlung medikamentös und dauerhaft. Neuerdings sind aber auch Laser-Operationen möglich.

Früherkennung und Prävention

Viele Augenärzte empfehlen eine jährliche Messung des Augeninnendrucks sowie eine kurze Untersuchung des Sehnervs. So lassen sich erste Schäden früh erkennen und der Patient ist durch die Einnahme von Medikamenten in der Lage, dagegenzusteuern.

Weiterführende Informationen und Quellen:

Glaukom (Grüner Star) – Ursachen, Symptome und Behandlung
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